Bastelmuseum

Bastelmuseum

Hier zeige ich ein paar Bilder von Elektronikprojekten die ich in den 80er Jahren gebaut habe und die im Bastlerkeller in irgend einer Ecke bis heute überlebt haben.  


Aber bitte nicht lachen, es gab bei uns kein Con*** und kein Rei****, alles müsste selbst hergestellt werden, sogar die Gehäuse mussten mühsam aus Sperrholz oder Leiterplattenmaterial zusammen geschraubt bzw. gelötet werden. Trafos, Spulen usw. wurden natürlich von Hand gewickelt, alleine die primäre Seite eines Trafos  hat da schon mächtig Arbeit gemacht


Die Beschaffung der Elektronikbauteile war mit Fahrten nach Berlin bzw. Schwerin verbunden. (ca. 150km einfache Strecke). Denn nur dort befanden sich die einzigen brauchbaren Filialen die mit Elektronik Bauteilen handelten. Und auch dort gab es nicht immer das was man gerade brauchte.


Unentbehrlicher Helfer waren damals die Zeitschriften 'Funkamateur' und 'practic', wovon ich noch heute einige komplette Jahrgänger im Bastlerkeller habe.


Dies ist mein Arbeitstisch im Bastlerkeller, ist zwar alles sehr unordentlich und eng bei mir, aber alles drinne was man so braucht:




Im Vordergrund zu sehen, Funktionsgenerator, Transistortester, Stabilisiertes Netzgerät mit Stromabschaltung in verschiedenen Bereichen. Multimeter und Oszilloskop (links abgebildet) habe ich mir dann sofort nach der Wende zugelegt. Wobei das Oszillokop sogar ein Ostprodukt war, an dem man als Normalbürger aber nie rangekommen ist, erst die Wende machte den Kauf dann möglich. Als Multimeter war vorher auch ein Eigenbau im Einsatz. Das Netzteil ist zwischenzeitlich durch ein käuflichen Netzteil ersetzt worden.


Hier zeige ich ein paar Bastelarbeiten die ich damals für meinen C64 gebaut habe. Diesen C64 zu bekommen war damals (1986) aber auch nicht so einfach. Bekommen hat man ihn natürlich nur im Intershop, aber ohne Westgeld hat man auch so nichts bekommen. Also blieb nur das tauschen Ost gegen West. Die ersten Scheine konnte ich damals noch im Kurs von 1:3 tauschen, also für 3 Ostmark bekam ich 1 Westmark, von Nöten waren aber 798,- Westmark, denn soviel hat der C64 damals im Intershop gekostet.  Die Enttäuschung war groß, als ich mit 798,-DM in der Tasche im Intershop Berlin ankam und mir gesagt wurde, das eine Datasette für ca. 40,- DM eigentlich auch gebraucht wird. Wie auch immer, gebraucht wurde in den späteren Jahren immer mehr, Drucker, Diskettenlaufwerk usw.. Im Jahr vor der Wende ist der Tauschkurs aber schon auf 1:12 gestiegen und das war auch für mich nicht mehr finanzierbar, so das ich auch schon aus dem Grunde froh war das die Wende kam



Dies ist ein Umschalter für den C64 Userport. C64-Freaks wissen sicher noch, das dieser eine Port einfach zu wenig war. Schließlich gab es EPROM-Karten, 'Action Reply' und was weiß ich alles noch für Baupläne. Das schwierige war nur die Beschaffung der Elektronikbauteile.



Dies ist eine Epromkarte. Darauf waren die wichtigsten Arbeitsprogramme gespeichert, mit Hilfe des Umschalters konnte man schnell per Tastendruck die gewünschten Programme in den C64 laden

Natürlich musste wegen der vielen Steckkarten auch ein EPROM Löschgerät her. Also suchte man Verbindungen zu einer Elektrofirma die mit Straßenlaternen zu tun hat und besorgte sich eine Lampe daraus. Damit hatte man schon einen prima EPROM-Löscher, die Hitze wurde per automatischen Lüfter überwacht. Das EPROM Programmiergerät für den C64, das ich komplett selbst entwickelt habe, also auch den Schaltplan, kann ich leider nicht mehr zeigen, denn den habe ich damals zusammen mit den C64 verkauft.

Jeder C64-User kennt noch die Datasette, dessen Zählwerk zu wünschen übrig ließ. Deshalb habe ich dieses automatische Zählwerk entworfen. Die Auswertung des aktuellen Bandstandes erfolgte mit Hilfer von Lichtschranken in beiden Richtungen. So musste ich nicht immer das Band zurück spulen um einen Tag später irgendwo ein anderes Programm an anderer Stelle des Bandes zu erreichen. Per Tastendruck wurde die aktuelle Programmstelle des Bandes am Zählwerk eingestellt und los ging es ab dieser Position.

Hier noch ein Eigenbaujoystick, mit mehrere Feuerknöpfe einschließlich, einstellbares automatisches Dauerfeuers usw.



Neben dem C64 gab es ja auch noch Monitor, Drucker, Disk usw. und eine externe einstellbare Spannungsquelle war auch oft erforderlich. Also habe ich mir hier ein Universalgerät gebaut, womit ich alle Geräte einzeln schalten konnte und zwei stabilisierte Spannungsquellen waren damit auch vorhanden.

Hier noch ein paar andere Elektronik Bastelarbeiten die die Zeit überlebt haben und immer noch im Keller herum liegen




Eine digitale Uhr mit Innen und Außenthermometer. Die Anzeige konnte festgestellt werden, oder aber auch in einen einstellbaren Rhythmus zwischen diesen drei Anzeigearten wechseln. Das Außenthermometer hatte eine einstellbare +/- Alarmgrenze.

Dies ist die Innenansicht dieses Universalgerätes, heute frage ich mich auch wie ich da durchsehen konnte

Ein Taschenrechner, das Anzeige-Display habe ich aber nicht vergessen, es war nur nicht beschaffbar.
Nein im Ernst, diese Rechner hatte nur die Aufgabe fertige Rechenaufgaben auf deren Richtigkeit zu überprüfen. Die Rechenaufgabe wurde also einschließlich Ergebnis eingetippt. Aud einen Tastendruck bekam man duch eine grüne bzw. roter LED angezeigt, ob die Aufgabe richtig oder falsch gelöst wurde.

Ein 20 Watt Stereo Verstärker mit Aussteuerungsanzeige und verschiedenen Eingängen. Da LEDs schwer zu beschaffen waren, mussten kleine Lämpchen aus der Modelleisenbahnelektronik bekannt, als Anzeige herhalten. Mit einen  Potentiometer konnte die Helligkeit eingestellt werden.



So sieht der Verstärker von innen aus, deutlich zu erkennen ist hier der selbst gewickelte Trafo. Natürlich mussten auch die Kühlbleche für die Transistoren selbst hergestellt werden.



Dies ist ein ganz normales Mischpult. Das Gehäuse wurde wie so oft, aus Leiterplattenmaterial gefertigt.

Das in unserem Haus mehrere Generationen der Familie wohnen, musste eine automatische Telefonzentrale installiert werden. So konnte jeder, jeden per Selbstwahl erreichen. Auch wenn man es dem Bild nicht ansieht, diese Anlage erfüllte noch bis vor kurzen Ihren Dienst.

Eine Türwechselsprechanlage für die Eingangstür.

Vieles kann ich leider nicht mehr zeigen, da einiges verschrottet und anderes schon vor langer Zeit verkauft wurde. Dazu gehörte z.B. der EPROM Brenner für den C64 oder eine 7 Kanal Funkfernsteuerung (27MHz) für Schiff- und Flugmodelle etc. Das meiste meiner Projekte, liegt aber wie erwähnt sicher schon irgendwo unter Müll begraben.